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Syrah

Woher stammt der Syrah? Diese Frage kann nicht entschieden beantwortet werden. Von Syracusa in Sizilien? Vielleicht, wenn man denkt, dass die Schreibweise syrac zur bekannten Sinnesverwandschaft gehört. Von Shiraz im Iran? Die Legende erzählt von der Möglichkeit, dass er im 18. Jahrhundert vom Persischen Golf mitgebracht wurde, und zwar von den Kreuzzügen des Ritters von Sterimberg, der sich später auf die Hügel von Hermitage zurückzog. Sicher ist, dass das Synonym „roter Hermitage" von dort stammt. Letzte Hypothese: er wurde im 3. Jahrhundert nach Frankreich eingeführt, als Kaiser Probus das Anpflanzen von Weinbergen in Gallien gestattete. Dies schliesst aber weder eine sizilianische, noch eine persische Herkunft aus. Wie dem auch sei; es wird von niemandem bestritten, dass der Syrah unzweifelhaft südländischen Ursprungs ist. Als Beweis dafür kann man seine ausserordentliche Entwicklung in allen - klimamässig - warmen Weinbergen auf unserem Planeten ansehen. Dr. Henry Wuilloud war jedoch der Erste, der den Syrah im Wallis willkommen hiess. Nach einer Reise nach Tain l'Hermitage pflanzte er 1926 einige Stöcke in seiner Weinreben-Sammlung in Diolly oberhalb von Sitten, später auf andere Parzellen in der Region. Im Jahre 1962 wurde er in Leytron, im Grand-Brûlé, der Domäne des Staates Wallis, eingesetzt.

Erst spät den Reifegrad erreichend, ist der Syrah eine kräftige und fruchtbare Rebsorte. Man muss für ihn also die besten Lagen reservieren und keine Angst vor einer „grünen" Weinlese haben. Gemäss den Bestimmungen für unsere Weinberge würde ein Ertrag von mehr als 1 Kilo pro Quadratmeter nicht erlauben, genügend konzentrierte Weine zu erzielen. Das haben unsere Winzer im Grossen und Ganzen gut begriffen. Der Syrah kann sich empfindlich gegen Zerrieselung zeigen, besonders bei schlechten meteorologischen Bedingungen. Er leidet schnell unter Trockenheit und eine mässige Bewässerung kann dann von Vorteil sein. Es kommt vor, dass er auch an Chlorose erkrankt und dass sich seine Blätter im Herbst rot verfärben.

Die Blätter des Syrah, kreisförmig (rund), sind gewellt, gefoltert. Die fünf Lappen sind mittelmässig gezeichnet. Die Oberfläche des inneren Randes ist flaumig. Die Trauben sind zylinderförmig und ziemlich lang; oft geflügelt. Manchmal lose, manchmal kompakt, die Beeren eiförmig, von bläulich schwarzer Farbe, im Allgemeinen mit reichlich Reif bedeckt.

Die besten Walliser Syrahweine stehen ihren Kollegen aus dem Rhonetal in nichts nach. Wie die berühmten Jahrgangsweine von Cornas, könnte man einige unter ihnen gar als „Schwarze Weine" qualifizieren. Sein Kleid ist immer von purpurnem Rot, abgleitend bis Tinte. Die Nase ist kräftig, geprägt von schwarzen Beeren und Gewürzen. Pfeffer, Koriander, Nelken streiten sich um die Hauptrolle. All diese Charakteristika treffen sich im Gaumen. Der Wein ist tanninhaltig, oft weit und kräftig. Wenn die Erträge gut beherrscht wurden, verträgt der Syrah sehr gut eine Erziehung im Eichenfass und erwirbt ein interessantes Lagerungspotential.

Aus der weltweiten Wiege des Syrah, dem nördlichen Teil der Rhone, stammen die berühmtesten Syrahs: Côte-Rôtie, Cornas, Hermitage, Crozes-Hermitage, Saint-Joseph sind hier die wichtigsten Namensnennungen. In Frankreich aber hat die Syrahkultur in den letzten Jahrzehnten wortwörtlich explodiert. In nur 40 Jahren ist die Anbaufläche von 1'600 auf beinahe 45'000 Hektare angestiegen. Ausserhalb des Rhonetals trifft man auf ihn hauptsächlich in der Provence, in der Languedoc und im Südwesten. In anderen europäischen Ländern wird ihm ein mehr oder weniger grosser Platz eingeräumt: die Schweiz mit ein wenig mehr als 80 Hektaren, Italien (98 ha), und in geringerem Mass Griechenland und Zypern.

Der Syrah hat sich auch in der neuen Welt angesiedelt: Australien (13'410 ha), Mexiko (1'740 ha), Kalifornien (1'670 ha), Südafrika (1'330 ha), Argentinien (680 ha), Brasilien (100 ha) und Neuseeland (13 ha).

Das Total weltweit liegt bei 65'000 Hektaren.

Die Rebsorte Syrah ist im Wallis auf dem Vormarsch. Im Jahre 1991 konnte man mit Müh' und Not gerade 18 Hektar zählen. 1998 hatte die Anbaufläche 45 ha überschritten, um an der Weinlese 2002 bereits 91 Hektar zu erreichen. Wie bei den anderen späten Qualitätssorten, dürfte sich diese Zunahme fortsetzen; wenigstens so lange, wie Böden in den besten Pflanzungszonen zur Verfügung stehen.

Ein Syrah ist ein Wein der Gastronomie. Er begleitet alle roten Fleischsorten, vor allem die kräftigen. Seine würzige Note vermählt sich perfekt mit Wildgerichten und geschmacksstarkem Käse.

 

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