Païen (Heida oder weisser Savagnin) Die Weinbauforscher siedeln den Ursprung des weissen Savagnin grundsätzlich in Tramin, im italienischen Südtirol, an. Dort selbst wird er seit Ende des letzten Jahrhunderts nicht mehr angebaut. Das erklärt vor allem sein deutscher Name Traminer. Diese Rebsorte wurde alsdann in der Schweiz, in Deutschland, Zentraleuropa und Frankreich, im Speziellen im Jura und dem ganzen Franche-Comté, heimisch. Im Wallis erwähnt man diese Rebsorte - vor allem seinen Oberwalliser Namen Heida - schon Ende des 16. Jahrhunderts. Eine Studie aus dem Jahre 1901 bezeichnet sie als sehr alteingesessene Rebsorte in Visperterminen.
Der Païen ist eine mittelfrühe Rebsorte (2. Dekade), die in Visperterminen dank des Föhns in Höhenlagen bis zu 1100 m ü.M. gedeiht. Als stark virusanfàllige Sorte (geriffeltes Holz), zeigte sie einen starken Widerstand gegen das Pfropfen. Dank geduldiger Arbeit im heimischen Auswahlverfahren, sind diese Probleme heute geregelt und der Païen ist eine geschätzte Rebsorte mit wenig Neigung zu Krankheiten, besonders nicht zu Grauschimmel, wozu auch seine dicke Schale beiträgt.
Eine Païen-Rebe erkennt man an ihren eher kleinen Blättern, im Allgemeinen wenig gezackt und mit starker Blasenbildung, hervorstehenden Adern und reichlicher Behaarung. Die Traube von mittlerer Grösse formiert sich aus grünlich-gelben, kleinen, rundlichen Beeren. Diese Rebsorte klopft eher spät aus und kommt schnell zur Reife.
Im Wallis liefert der weisse Savagnin oft einen vifen und frischen Wein und zeigt immer eine ausgezeichnete Säure. Er ist geprägt von komplexen Aromen von Zitrus- und exotischen Früchten, begleitet von Nuancen, die an geröstete Nüsse erinnern. Im Jura ist er ursprünglich der „Vin jaune", jener Spitzenwein, der unter schützenden Segeln aufgezogen wird und durch Aromen von Nüssen und Curry geprägt ist.
In Frankreich ist die Rebsorte Savagnin im Zunehmen begriffen, welche heute - fast ausschliesslich im Franche-Comté - ungefähr 376 Hektaren bedeckt. Savagnin wird auch in Oesterreich kultiviert (ein bisschen weniger als 600 ha), aber in Deutschland ist er fast verschwunden. Dort wurde er durch seinen „Cousin", den Gewürztraminer ersetzt. 2002 wurden im Wallis schon 23 Hektaren (gegenüber 13 im Jahre 1990) gezählt, aber diese Rebsorte ist heutzutage so sehr in Mode, dass sie in den kommenden Jahren noch an Bedeutung gewinnen wird.
Der Païen ist ein wahrer Wein der Gastronomie. Er begleitet hervorragend Fisch und Krustentiere, macht sich aber auch sehr gut zu einer Käseplatte, zu einem Walliser Teller oder ganz einfach zu einem Stück Alpkäse.