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Johannisberg (Sylvaner)

Man nimmt im Allgemeinen an, dass die Rebsorte Sylvaner aus Oesterreich stammt. In Deutschland kennt man sie unter dem Namen „Oesterreicher". Es ist jedoch in ihrem Sinne anzunehmen, dass ihre Vorfahren in Transsylvanien zu suchen sind und dessen Wahrheitsgehalt sie sich verdient hätte, um ihre landläufigste Bezeichnung zu rechtfertigen. Im Wallis datiert die erste Nennung von Johannisberg aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Name ist von „Schloss Johannisberg" abgeleitet, das sich im Besitz des Fürsten Metternich in Geissheim befindet. Aber es scheint, dass es anfänglich eine Verwirrung zwischen Gross-Rhein (Sylvaner) und Klein-Rhein (Riesling) gegeben hat. Später wurde der beglaubigte Name Johannisberg auf den Gross-Rhein übertragen. Heute ist der Walliser Name für den Sylvaner geschützt.

Der Sylvaner ist eine späte Rebsorte der 2. Dekade. Man erntet also ungefähr zehn Tage später nach dem Chasselas. Dieser Pflanze mangelt es nicht an Qualitäten. Sie ist kräftig, hält in der Farbe Stand und produziert regelmässig. Obendrein, bereichern sich ihre Trauben leicht mit Zucker. Trotzdem besitzt der Sylvaner einige Schwachpunkte. Einerseits verträgt er keine Kälte, sei es im Winter oder im Frühling und andererseits fürchtet er sich vor Mehltau, falschem Mehltau und Grauschimmelbefall.

Der Johannisberg kann als Wein eine wunderbare Komplexität der Aromen vorzeigen. Er ist im Allgemeinen fettig, biegsam und markig im Gaumen. Obwohl von durchschnittlichem Säuregehalt, entwickelt er oft eine grosse Ausgewogenheit. Trocken gekeltert, charakterisiert er sich durch ein komplexes Bouquet, verbunden mit einer blumigen Note und einer sehr schönen Fruchtigkeit. Das Ganze begleitet von einem Duft nach Bittermandeln. Als Spätlese entwickelt er den Geschmack von getrockneten oder kandierten Früchten (Orange, Aprikose...) und Honig. Alsdann erbringt er den Beweis einer erstaunlich langen Lebensdauer.

Früher nahm der Sylvaner in Deutschland vor dem Riesling den ersten Platz ein. Er vertrat bis zu 35 Prozent im gesamten Weinanbau. Von 1960 bis 1996, nahm seine Wichtigkeit beträchtlich ab, und zwar von 24'000 auf 7'500 Hektar. In Frankreich hat sich die Anbaufläche des Sylvaner auch verringert, wenn auch in geringerem Mass. Man findet ihn kaum noch ausser im Elsass, wo er Teil des AOC Rebsortenbestandes ist.

Dem Sylvaner begegnet man ferner in Ungarn, Kaliforniern, Australien, Tschechien, Italien, Oesterreich, Neuseeland, Südafrika, Argentinien und Luxemburg. Im Wallis nimmt der Sylvaner (Riesling genannt) den 4. Platz ein und liegt auf Platz 2 bei den Weissweisen. Mit 205 ha bepflanzter Fläche liegt er weit hinter dem Pinot Noir (1804 ha), dem Chasselas (1550 ha) und dem Gamay (881 ha).

Die Allianz Johannisberg - Spargeln ist bestens bekannt. Aber dieser Wein vermählt sich auch mit Sauerkraut, Krustentieren, einer Pilzpfanne und manchen Weichrindenkäse.

 

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