die Rebsarten
 
  Philosophie
das alte Wallis
der Weine
die Spezialitäten
die Feinschmecker-Ecke
Multi-Media
Kontakt
FR | DE | EN | RU
Roter Humagne

Lange Zeit hat man den roten Humagne den bodenständigen Rebsorten des Wallis zugeordnet; seinen Walliser Ursprung vermutet, weil gewisse Aehnlichkeiten mit dem Kleinen Roten entdeckt wurden, den man in diesem Tal kultivierte. Tatsächlich haben neueste Studien, die die DNA betreffen, bewiesen, dass der rote Humagne aus dem Wallis und der Cornalin aus dem Aostatal nichts anderes als ein und dieselbe Rebsorte sind. Was den Kleinen Roten von Aosta anbelangt, so ist er der Grossvater des roten Humagne, wobei ein Elternteil von diesem wiederum nichts anderes ist als der Walliser Cornalin. Können Sie folgen? Sie sollten noch wissen, dass der rote Humagne missbräuchlich den Namen Humagne führt, obwohl er gar nichts mit dem weissen Humagne, dem wirklichen, der als Wöchnerinnenwein bekannt ist, zu tun hat.

Der rote Humagne ist eine Rebsorte der 3. Dekade. Wie alle spätreifen Sorten, benötigt er die am besten exponierten Parzellen am Fusse der Abhänge. Damit er sein Bestes geben kann, empfiehlt es sich, die Erträge dieser Rebsorte im Hinblick auf die regelmässige Fruchtbarkeit, aber auch die schwierige Reife, streng zu begrenzen. Gut beherrscht, zeigt sich diese kräftige Sorte dann eher zahm. In der Tat ist sie etwas empfindlich auf Verrieselung und Fäulnis. Darüber hinaus kann sie noch eine Schwäche gegenüber falschem Mehltau entwickeln.

Der rote Humagne ist an seinen grossen, dunkelgrünen, stark geblähten, ziemlich ausgezackten Blättern erkennbar. Seine ziemlich grossen, konischen und dichten Trauben sind geformt aus abgerundeten Beeren von mittlerer Grösse. Letztere haben eine harte Schale, die sie gut vor Grauschimmel schützt.

Der rote Humagne zeigt sich in einem dunkelroten Kleid, kräftig und mit einem rustikalen Touch. Bei ungenügender Reife nehmen die pflanzlichen Charaktere Ueberhand. Aber eine gute Ernte erlaubt einen unvergesslichen und sehr typischen Wein zu erziehen. Schwarze Früchte und manchmal Veilchen vermählen sich mit Noten von Wachholder, Eichenrinde und sogar Humus. Die Einzigartigkeit des roten Humagne macht ihn auch zu einem Wein, dessen Beitrag in Mischungen sehr geschätzt wird.

Während der Cornalin von Aosta vertraulich bleibt, gewinnt der rote Humagne im Wallis an Terrain: Man zählte 2002 mehr als 75 Hektaren gegenüber nur 43 Hektaren im Jahre 1991. Aber gemessen an den Ansprüchen dieser Rebsorte, darf dieses Wachstum eine gewisse Grenze nicht überschreiten.

Mit seinen wilden und kräftigen Noten ist der rote Humagne als Wein zur Jagdsaison empfehlenswert. Er passt hervorragend zu Fleisch, selbst zu geschmacksstarkem. Aber er ist auch als Begleiter von Käse gefragt. Ein gut gereifter Humagne schmeckt wundervoll zu altem Bergkäse. Andere mögliche Kombinationen: Kalbsleber oder Lammkarrée.

 

  Chardonnay
Chasselas
Cornalin
Ermitage
Gamay
Humagne Blanc
Humagne Rouge
Johannisberg
Merlot
Païen
Petite Arvine
Pinot Noir
Syrah

zurück