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Chardonnay

Als grosse Rebsorte des Burgund und der Champagne wird der Chardonnay in den meisten Regionen auf unserem Planeten angepflanzt. In vielen Weinbergen wird er einfach unter dem Namen weisser Pinot gehandelt. Zu seiner Entlastung muss man sagen, dass gewisse Eigenschaften - Form der Blätter, Umfang der Trauben und Zeitpunkt der Reife - an die Familie der Pinots denken lassen. Man kann aber eine direkte Verwandtschaft zwischen Chardonnay und weissem Pinot ausschliessen.

Burgund und Champagne beanspruchen gleichermassen den Ursprung des Chardonnay. Die ältesten Spuren deuten eher auf die zweitgenannte Region hin, wo die weisse Traube seit Beginn des 1. Jahrhunderts nach Christus belegt ist. Und da dort keine andere weisse Rebsorte vor der Erfindung des sprudelnden Weins im 17. Jahrhundert je Erwähnung fand, schätzt so mancher, dass es sich um nichts anderes als um Chardonnay handelt.

Als vorwiegend früh reifende Rebsorte ist der Chardonnay eine eher einfache Abart. Gewiss kann er sich empfindlich gegenüber Frost im Frühling und manchmal gegenüber falschem Mehltau und Grauschimmel zeigen. Aber er kann andere Qualitäten geltend machen. Seine gute Anpassungs-fähigkeit, seine Kraft, sein regelmässiger Ertrag und seine Fähigkeit zu reifen, Zucker zu produzieren, indem er einen schönen Säuregehalt beibehält, erklärt jene Begeisterung, die die Winzer mehr oder weniger auf der ganzen Welt zeigen.

Oft verwechselt mit dem weissen Pinot, unterscheidet sich der Chardonnay durch die Form seiner Blätter. Von einem ziemlich lebhaften Hellgrün zeigt sich das Blatt bei der Reife leicht aufgeblasen. Seine drei Lappen sind wenig gezeichnet und die Ränder umgebogen. Die zylinderförmige Traube besitzt manchmal zwei Flügel. Was seine gelben, nach Amber duftenden, Beeren anbelangt, sind sie kugelförmig oder leicht länglich.

Als nicht schäumender Wein zeichnet sich der Chardonnay durch sein Gleichgewicht zwischen Oeligkeit und Säuregehalt aus. Oft kann man Noten von Ananas und Zitrusfrüchten ausmachen, aber die Spannbreite ist noch viel grösser: von Lindenblüten zu weissen Früchten, unterstützt von einem Hauch Butter oder Honig. Am Ruf des berühmten Montrachet ist festzustellen, dass dem Chardonnay gar Erhabenheit und Unsterblichkeit nachgesagt wird. In unseren Breitengraden, aber das gilt auch für im Süden gelegene Weinberge, muss man Ueberreifung vermeiden, welche ihm eine gewisse Grobheit auferlegt und seine prächtige Frische verlieren lässt.

In Frankreich ist der Chardonnay, ausser im Südosten und dem Zentrum, in allen Regionen gegenwärtig. Im Jahre 1999 zählte man fast 36'000 Hektare. Auf der Welt schätzt man, dass seine Anbaufläche - 130'000 Hektare Ende des Jahrhunderts - bald einmal 150'000 ha erreichen müsste. Im Wallis wurde der Chardonnay in den zwanziger Jahren eingeführt. Seitdem hat diese Rebsorte nicht aufgehört sich weiter auszubreiten: von 43 ha im Jahre 1999 ist sie auf 66 ha im Jahre 2002 angestiegen und das trotz der reichen Auswahl an bodenständigen weissen Sorten. Das ist nicht erstaunlich, weil man mit dieser Rebsorte alles produzieren kann: nicht schäumende Weine, Schaumweine und Süssweine.

Als Wein in der Gastronomie passt der Chardonnay zu Fisch, Krustentieren, aber auch zu Fleisch wie Schinken, Geflügel oder Kalbsbries.

 

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